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Archive for the 'Streetart' Category
Bei Fecal Face gibt es ein Preview auf die neue Ausstellung und das neue Buch von Jeremy Fish. Die Rahmen sind unglaublich.

So langsam setzt es sich ja als Standardkonzept durch: Häuser, die abgerissen werden sollen, werden vorher noch mal Künstlern aus dem urbanen Umfeld zur Verfügung gestellt. So auch das Jugendhaus in Karlsruhe Durlach, das im Juli 2008 dem Erdboden gleich gemacht werden soll.
Seit gestern Abend läuft dort die Ausstellung ExpoStation mit urbanen und zeitgenößischen Künstlern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Ich hab mir die Vernissage mal angesehen und euch jede Menge Impressionen mitgebracht.
Hier gibt’s noch einen Rundgang durch das Haus als Video.
ExpoStation from Johannes Kleske on Vimeo.
Leider lief die Promo wohl nicht so gut. Jedenfalls war die Vernissage (zumindest zu dem Zeitpunkt als ich dort war) ziemlich schwach besucht. Ich habe von der ExpoStation auch nur mitbekommen, weil die Einladung in der Post war (gute Idee, das). Da geht beim nächsten Mal aber noch mehr, oder? Sagt halt bescheid, wenn ihr bei der virtuellen Promo noch ein bisschen Unterstützung braucht.
Mehr Bilder nach dem Sprung.

Einfach wunderschön…
(via Wooster, natürlich)
Am Freitag (20.) startet eine dicke Ausstellung unter dem Titel ExpoStation in Karlsruhe Durlach. Alle Details gibt’s auf der Webseite. Auf dem Blog wird hoffentlich auch noch ein bisschen mehr gehen. Man sieht sich, würde ich sagen.

Das Apple auf meiner Markenrangliste ganz oben steht, ist kein Geheimnis. Auf Platz 2 steht knapp dahinter Carhartt. Die alte Arbeitermarke aus den USA hat in Europa ein ungemeines Gespür für dezenten Style und den richtigen Lifestyle.
Deswegen hatte der Weg heute Morgen von Karlsruhe an die Schweizer Grenze zum Carhartt Outlet Store fast etwas von einer Wallfahrt
Außerdem nutze ich gerne jede Chance, um mit den Jungs (in dem Fall Daniel, Benson und Radek) unterwegs zu sein.
Dank der Tate Modern und anderen Institutionen ist Streetart gerade ganz groß (im wahrsten Sinn des Wortes) in London. Schaut euch die Bilder bei Supertouch an.
Update:

Alle Aufkleber-Enthusiasten sollten sich mal hatch ansehen. Die haben mit der Unterstützung von carhartt und anderen in Berlin ein kleines Museum für Sticker gestartet. Dazu kommt noch die Webseite mit einem Mailorder (die Sticker selbst sind kostenlos, nur den Versand muss man berappen) und eine Community. Wirkt alles noch frisch gestrichen, aber vielversprechend.
MUTO a wall-painted animation by BLU from blu on Vimeo.
[via WHYWEROCK]
Würde ich in LA wohnen, würde ich mir die unglaubliche Ausstellung von Barry McGee nicht entgehen lassen. Die schiere Größe seiner Installationen ist der Hammer.
Mehr Bilder bei The Hundreds und guillotine.

Ich nehme das aktuelle Interview mit José Parlá und Futura von Beinghunted.com mal zum Anlass, euch ein bisschen mehr Material von Parlá zu zeigen, der auf meiner persönlichen Top-Street/Urban-Art-Liste gerade ganz vorne vor Jeremy Fish und Shepard Fairey rangiert (Futura spielt eh in seiner eigenen Liga).
- Ausführliche Videointerviews mit Parlá und Futura gibt’s bei blag.
- CoolHuntingVideo mit Parlá
- Bilder von einer Ausstellung mit Parlá und Futura in London
guillotine ist ein französisches Blog über Kunst, Toys, Sneakers und Streetculture-Lifestyle. Die Jungs haben sich gerade richtig Mühe gemacht und ohne Ende die krassesten Leute der Urbanartszene daheim in ihren Studios besucht. Checkt S2DIO. Hier sind ein paar Highlights.
Das sind meine Anlaufstellen für die tägliche Dosis Straße, Kunst, Design, Style und Flash. Falls hier was auftaucht, was gut aussieht, dann ist es meist aus diesen Quellen:
- Wooster Collectiv
Definitiv die Nummer eins, was urbane Kunst angeht. Was ich bei Wooster besonders mag ist, dass es nicht einfach eine riesige Sammlung von Streetart-Bildern ist. Sarah und Marc, die Betreiber wählen genau aus, was sie veröffentlichen. Außerdem erzählen sie immer wieder von Künstlern und ihren Reisen. Ich stehe auf diesen persönlichen Einblick in die Streetartszene.

- Josh Spear
Josh Spear und seine Coautoren haben einen ungemein guten Geschmack und einen beeindruckenden Riecher für cooles Zeug aller Art.

- DorkMag
Ein blogmässig aufgebautes Webmagazin mit guten Texten und guter Auswahl.

- SuperTouchBlog
Jamie O’Shea und Co berichten so ausführlich wie niemand sonst über Ausstellungen und Galerien auf der ganzen Welt.

- Inquiringmind Magazine
Die Kanadier haben definitiv das schönste Interface aller Webmagazine.

- The Hundreds
Ich stehe ja nicht wirklich auf die Styles im aktuellen Streetwear Hype. Bunt ist einfach nicht mein Ding. Wie Bobby und seine Freunde in ihrem Blog allerdings ihren Lebensstil vermitteln inspiriert mich immer wieder für mein eigenes Blog. This is our life, and we fucking love it!

- Jeff Staple
Jeff Staple ist für mich als Designer und Geschäftsmann eine massive Inspirationsquelle. Er hat sich komplett sein eigenes Ding aufgebaut. Sein Blog lese ich wahrscheinlich aber nur, weil ich neidisch auf seinen Lebensstil bin. Ähnlich wie The Hundreds vermag Jeff diesesn ausgezeichnet zu vermitteln.

- Fecal Face SF
Auch wenn dieses Kunstmagazin sich hautpsächlich auf San Franzisko konzentriert macht es dies jedoch in einer unvergleichlichen Intensität. Studiobesuche, Videos, Interviews, Features. Alles am Start.

- Format Magazine
Format ist immer wieder mit guten Themen dabei, wie aktuell die Frauen-Features.

- Razor Apple
Ganz frisch in meinem Feedreader. Konzentriert sich auf NY.

Jetzt seid ihr dran. Was sollte ich unbedingt noch in meinen Feedreader/meine Bookmarks aufnehmen? Und kennt ihr vergleichbare Blogs/Webmags in DE?
Neulich irgendwo bei nem Typen gelesen, wie scheiße er Karlsruhe findet. Konnte die Aussage irgendwie nachvollziehen. Wurde ja im letzten Jahr gut von Berlin verführt und hab doch hin und wieder mal mit dem Gedanken gespielt, wie es wäre dort zu leben. Günstige Lebensbedingungen, ohne Ende Zeug am Start, verdammt viel kreative Lebenseinstellung etc. Karlsruhe fühlt sich für mich häufig wie das genaue Gegenteil an.
Ich hab ihm dann folgendes geantwortet:
Ich kann deine Abneigung gegen Karlsruhe gut verstehen. Ich bin selbst vor knapp zwei Jahren hergezogen und konnte mich mit der Stadt bisher nie wirklich anfreunden. Zu konservativ, zu bürgerlich, zu intolerant und zu unkreativ. Konnte mir bisher kaum vorstellen, dass ich mich hier je wohlfühlen könnte. Also stand ich vor der Entscheidung dahin zu ziehen, wo was geht und mich ins gemachte Nest zu setzen oder hier bei meinen Leuten bleiben und gemeinsam selbst was aufbauen. Ich finde den DIY-Ansatz* viel spannender, deswegen blieb ich und bin Teil des Kollektivs geworden, das unter anderem das NUN gestartet hat. Meine These ist halt, dass wenn es einer Stadt an Kultur fehlt, dann gib ihr Kultur. Wenn einer Stadt an Style fehlt, dann gib ihr Style. Wenn eine Stadt in Bürgerlichkeit versinkt, dann gib ihr Dinge, die sie hinterfragt. Ich kann über eine Stadt meckern, motzen und maulen. Oder ich kann anfangen, mein eigenes Ding zu machen und nen Fick darauf geben, was andere dazu sagen. Das ist meine Idee hinter dem NUN.
Ist schon spannend zu sehen, was passiert, wenn man einfach mal macht. War z.B. ziemlich beeindruckt, wieviele Leute gestern zum Kurzfilmabend im NUN aufgetaucht sind. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es in Karlsruhe ohne Ende derbe Leute hat, die irgendwie darauf warten, dass irgendwer „Los“ sagt.
Ich frage mich das echt immer wieder: Wieviel Einfluss kann man nehmen, um eine Stadt kultur-/stylemäßig voranzubringen? Kann man als Kollektiv soviel Momentum erzeugen, dass andere angesteckt werden? Was ist das Maß an Inspiration, das es braucht, um andere dazu zu bewegen, den Arsch hochzukriegen und was eigenes anzufangen? Inwiefern hat man als Gruppe Möglichkeit, die emergenten Prozesse einer Stadt oder eines Viertels zu fördern?
Wenn ich mir z.B. Fecal Face ansehe, die als Onlinemagazin die Kunstszene in San Franzisko begleiten, will ich sofort das gleiche für Karlsruhe machen. Nur frage ich mich dann, mit was man das denn bitte füllen soll und lass es dann. Aber vielleicht ist das die falsche Denkweise. Vielleicht braucht es gerade so ein Magazin, um urbane Kunst erst in die Köpfe zu bringen. Kann sein, dass man mit dem Magazin für Karlsruhe nur mit zwei Artikeln starten kann**. Aber was, wenn einer die Artikel liest, inspiriert wird und plötzlich selbst den Pinsel in die Hand nimmt, dann der nächste Artikel über ihn geschrieben wird, den liest wieder jemand usw.
Find’s schon spannend zu sehen, was z.B. mit Streetart in Karlsruhe geht. Als ich hierher zog, gab’s praktisch gar nichts. Inzwischen macht es richtig Spaß durch die Straßen zu gehen und überall Zeug zu entdecken. Einer hat angefangen, andere haben’s gesehen, waren inspiriert und haben angefangen eigenes Zeug zu machen.
Berlin hat seinen Reiz, ohne Zweifel. Aber ich find’s spannender mich nicht ins gemachte Nest zu legen, sondern mein Nest selbst zu bauen, insbesondere wenn ich dadurch den allgemeinen Nestbau in meinem Umfeld mitprägen kann (um das Bild mal völlig zu überziehen).
Um es mit Jan Delays auszudrücken:
Als Kartoffel
Da sollte man in ner Stadt leben
Weil hier die Zutaten sind, die einem Geschmack geben
[...]
Gib mir: Gutes Radio, gutes Fernsehen, gute Mode,
Gutes Essen, gute Clubs
Und ein paar fähige Idole
Gib mir das alles, Digger
Und wir könnten wetten:
In 20 Jahren mach ich dir aus Bielefeld Manhatten
Nachdem ich das oben geschriebene noch mal durchgelesen habe fällt mir auf, dass es mir gar nicht so auf die Kunstwerke selbst ankommt, sondern vielmehr auf ein Umfeld von entspannten, kreativen, freundlichen, inspirierenden, nachdenklichen Leuten, mit denen man sein Leben teilt. Ich bin gerade so geflasht von all den Leuten, die wir über’s NUN kennenlernen. Ich liebe es mit denen nen Kaffee zu trinken und dabei immer häufiger „Lass uns doch…“ oder „Man müsste mal…“ zu hören. So fängt’s an…
Nachtrag: Nur damit das hier niemand in den falschen Hals bekommt. Es ist nicht so als würde in Karlsruhe gar nichts gehen. ZKM und HfG sind nicht die einzigen, die dafür sorgen, dass beständig mehr geht
* DIY = Do it yourself
** Übertreibung zwecks Dramatik
Wooster Collective, das wohl beste Blog zum Thema Streetart und urbane Kunst, kriegt gerade etwas auf die Fresse, weil sie sich zu einigen Themen kritisch geäußert haben. Nun haben sie zu der Kritik Stellung genommen und die ist ausgesprochen lesenswert.
Here’s some what the Spring Street experience taught us:
- That we only want to be around passionate people in our lives.
- That if you put all your heart and soul into something, you can achieve anything - absolutely anything.
- That it’s not possible to please everyone. That the more people you please, the more people will want to take you down.
- That you must trust your instincts. Don’t let people tell you that things have to be done a certain way. They don’t.
- Share things with others. Don’t make it all about you. Make it about “us”.
- Keep listening and keep learning.
- Take criticism seriously, but don’t let it stop you from doing what you want to do.
- Be true to yourself.
Ich bin ein großer Fan von Wooster, gerade weil sie nicht einfach nur Bilder von Streetart posten. Vielmehr vermitteln sie einen persönlichen Eindruck der weltweiten Streetart-Community. Sie stellen Künstler vor und teilen ihre Gedanken mit, so wie es sich für ein Blog gehört.
Es ist spannend zu beobachten, was passiert, wenn ein Blog sehr populär wird. Plötzlich stellen alle möglichen Leute Ansprüche. Dabei ist es nach wie vor ein persönliches Blog mit subjektiver Meinung und völliger Handlungsfreiheit der Autoren.






















Ich bin Johannes Kleske, 29, Dipl. Media System Designer (FH) und lebe zurzeit in Karlsruhe. Ich arbeite als Informationsarchitekt und Konzepter bei Neue Digitale in Frankfurt. Mein Spezialgebiet ist Social Media. 